30. Juli 2009 | 22:22 | Flimmerkiste | Keine Kommentare
Neues von Sat.1 & Co.: Was ist überhaupt Risiko?

So, jetzt ist es also da, das Programm von ProSieben, Sat.1 und kabel eins. Und zu allererst muss man sagen: Sat.1 ist auf dem richtigen Weg. Dass das neue Programm des Senders nun wenig überraschend wirkt, liegt sicherlich nicht zuletzt auch daran, dass die Verpflichtungen von Kerner und Pocher, sowie der Neustart von “ran” mit einer ganzen Reihe an Live-Fußballspielen schon im Vorfeld bekannt war.
Richtig ist der Schritt in jedem Fall, denn klar ist doch: Ein “Weiter so!” konnte es nicht geben – jedenfalls nicht, wenn den Verantwortlichen nicht doch noch etwas an ihren Zuschauern gelegen haben sollte. In meinem Quotenmeter-Kommentar von heute Abend bin ich auch kurz darauf eingegangen, dass es in gewisser Weise schade ist, dass nicht eine Serie angekündigt wurde. Das ist nicht schlimm, weil die meisten Serien-Produktionen der Vergangenheit entweder ohnehin zum Vergessen waren oder aber trotz guter Kritiken ohnehin vom Publikum verschmäht wurden. Klar ist auch: Serien kosten Geld.
Kerner und Pocher kosten das auch – doch verglichen mit Kosten für die Produktion von Serien, die am Ende nicht mal jemand schaut, hält sich hierbei das Risiko doch in argen Grenzen. Und das ist auch richtig so, schließlich lastet auf den Schultern von ProSiebenSat.1 inzwischen ein riesiger Schuldenberg (an dem übrigens die deutschen Sender die geringste Schuld tragen). Dann wäre da allerdings noch das Fußball-Paket, das Sat.1 so viele Live-Spiele wie möglich beschert – preiswert war das nun ganz bestimmt wirklich nicht. Doch unter uns: Hatte man eine andere Wahl?
Was wären die programmlichen Alternativen zu Fußball gewesen? Die schon erwähnten Serien, die niemand sehen will? Dokusoaps, die in Sat.1 noch nie erfolgreich waren? Sicher nicht. Zwar muss das Geld erst wieder erwirtschaftet werden, doch letztlich waren den Verantwortlichen wohl die Hände gebunden angesichts der Quoten-Misere. Außerdem: Weitere Sparmaßnahmen an anderen Stellen im Programm sind ja nicht ausgeschlossen, sodass Sat.1 am Ende durchaus die Chance hat, mit einer schwarzen Null aus der Fußball-Geschichte zu gehen.
Auf den ersten Blick sind es also viele Neuerungen, die Sat.1 mit der neuen Saison eingeht – doch sie waren nötig, um den Sender programmlich noch am Leben zu halten. Letztlich hält sich das Risiko aber doch in Grenzen: Kerner hat die Chance, sein Publikum am Montagabend zu finden und auch Oliver Pocher wird Erfolg haben. Fußball sowieso, die amerikanischen Serien und eigenproduzierten Filme ebenfalls. Letztlich ein Neustart mit Weitsicht, der nicht ganz so risikoreich ist, wie viele meinen. Ganz wenig Risiko geht übrigens ProSieben, wo man sich mal eben von allen Flop-Formaten trennte und diese an kabel eins weiterreichte. Mülltrennung 2.0, sozusagen.
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