9. Oktober 2009 | 10:02 | Flimmerkiste | 3 Kommentare
Voll idiotisch

Manchmal wünschte ich, einen Tag lang Programmplaner eines großen Senders sein zu können. Dann würde ich auf unsagbar peinliche Shows wie die Suche von Gina-Lisa nach einem neuen “Best Buddy” verzichten. Aber auch im Falle von Oliver Pocher hätte man es besser machen können: Dessen Late-Night-Show startete in der vergangenen Woche mit gerade mal etwas mehr als 10 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe – für eine viel beworbene Premiere, die noch dazu gar nicht so schlecht war, wie manche schreiben, eigentlich zu wenig.
Klar: Ein solches Format benötigt Zeit und eine gewisse Routine (die in täglicher Dosierung wohl wahrscheinlich besser zu erreichen wäre als in einer wöchentlichen), doch das alleine kann ja nicht der Grund für den schwachen Start gewesen sein. Schuld war sicherlich auch zu einem nicht unerheblichen Teil die Programmplanung von Sat.1. Meinte man allen Ernstes, die kaum auszuhaltende Tanzshow “Yes We Can Dance!” könne sich gegen “Wer wird Millionär?” behaupten und dann noch auch Oliver Pocher den Rücken stärken?
Wohl kaum. Dass man dennoch so programmierte, erscheint völlig kopflos und rätselhaft. Pochers Komödie “Vollidiot” holte am Donnerstag übrigens sehr gute 14,8 Prozent in der Zielgruppe. Da stellt die Frage: Weshalb keine Event-Programmierung zum Start der Pocher-Show? Erst “Vollidiot”, dann Late-Night. Es ist reine Spekulation – aber dass es die Pocher-Show damit leichter gehabt hätte, dürfte niemand ernsthaft bezweifeln.

3 Kommentare
Keysie
10. Oktober 2009 um 16:22
Ich konnte bei Gina Lisa tausendmal mehr lachen als bei der wirklich schlechten Folge von Herrn Pocher, aber gut das Geschmäcker verschieden sind.
admin
10. Oktober 2009 um 20:09
Das, was ProSieben da am Nachmittag gezeigt hat, war in meinen Augen eine richtige Freakshow, was ich so gesehen habe. Muss ich auch nicht wirklich haben.
AlphaOrange
10. Oktober 2009 um 20:27
Tja, das Konzept des Lead-Ins hat man bei Sat.1 leider noch nicht verstanden. Da hat man ja in letzter Zeit schon allerhand Formate vom Start weg zugrunde gerichtet. Konkret erinner ich mich zwar nur an die männeraffinen Komödien damals vor “Klinik am Alex”, aber seither hab ich das noch an einigen anderen Stellen beobachtet.
Und was man sich überhaupt bei “Yes We Can Dance” gedacht hat, ist mir auch ein Rätsel. Die Show wäre selbst dann gefloppt, wenn der Cast nicht so entsetzlich wäre, wie er ist.