8. Januar 2010 | 11:35 | Flimmerkiste | Ein Kommentar
Bohlen-Brechreiz
Ich habe “Deutschland sucht den Superstar” in dieser Woche nicht gesehen. Und ehrlich gesagt bin ich auch nicht traurig darüber. Während ich auch die Casting-Höhepunkte noch vor einigen Jahren recht unterhaltsam fand, empfinde ich die inzwischen gezielt von RTL gesuchte Provokation als abscheulich. Einen jungen Mann mit feuchtem Fleck auf der Hose derart zu denunzieren, ist nun wirklich nicht meine Welt.
Mag sein, dass der Kandidat entsprechende Verträge unterzeichnet hat und daher damit rechnen muss, dass sein Auftritt im Fernsehen lächerlich und noch dazu mit im Nachhinein reingeschnittenen Bohlen-Kommentaren bis zum Brechreiz verhonepipelt wird. Aber: Muss wirklich alles, was erlaubt ist, auch tatsächlich gemacht werden? Müssen gefühlte Schmerzgrenzen wirklich um jeden Preis fallen?
Die Antwort lautet wahrscheinlich: Ja. Während die meisten “Superstar”-Gewinner am Ende ein, zwei Chart-Erfolge feiern können, ehe sie schließlich in der Versenkung verschwinden, sind die peinlichen Kandidaten natürlich ein gefundenes Fressen für RTL. Man kann sich sicher sein, dass besonders extreme Fälle auch in ein paar Jahren noch einmal ausgegraben werden, um Ranking-Shows mit Sonja Zietlow zu füllen. Wer’s nötig hat…
Das Dumme an der Sache: Mit Rekordquoten wird RTL in seiner Taktik noch bestätigt. Manchmal kann man einfach nur noch verzweifeln.


Ein Kommentar
Kai
8. Januar 2010 um 13:10
Es ist wirklich schade das sowas passiert. Ich gucke zwar auch zu, aber ich denke manchmal man übertreibt es. Ich hätte lieber ein paar gute Sänger mehr gehört, als die, die schlecht gemacht werden.