4. Februar 2010 | 09:00 | Flimmerkiste | Ein Kommentar

Blog-Wart

Donnerwetter! Das ging schnell… nach nur zwei Folgen hat ProSieben schon wieder seinen jüngsten Nachmittags-Test abgebrochen: Da war man bei ProSieben sicherlich völlig überrascht, dass sich die Zuschauer doch nicht jeden Mist vorsetzen lassen.  “Das Internat – Emma bloggt” dürfte jedenfalls zu den dümmsten Formaten gehören, die das deutsche Fernsehen in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Schauen wir’s uns doch mal genauer an.


Das ist Emma. Sie besucht jetzt eine neue Schule, weil ihre Eltern nach Bogota geflogen sind. Ah ja. Kennt ja jeder. Und weil Emma einen unheimlichen Mitteilungsdrang hat und Mama und Papa “ganz doll” vermisst, nimmt sie nun einfach alles auf, was ihr vor die Kamera kommt. Hippes Mädel.


Nun zeigt Emma erst mal ihre vier Räume und ihren “Arbeitsplatz” – in ihrem Zimmer hat sie übrigens gleich zwei Webcams eingebaut. Das Zimmer ist zwar ansonsten nur spärlich eingerichtet, aber man muss ja Prioritäten setzen.

Immerhin: Emma ist nicht ganz alleine. Sie teilt sich ihr Zimmer mit der sympathischen Filiz, die gleich am ersten Tag Bekanntschaft mit Emma Hobby machen darf.


Emmas Kommentar: “Uppsi!” Filiz hat aber natürlich auch Klamotten und interessiert sich dann doch noch für Emmas Blog. Gerade nochmal gut gegangen…


Emma hat natürlich nicht nur ihren Blog im Kopf – sieht geht ja nebenher auch noch zur Schule. Auf dem Pausenhof studiert sie liebend gerne Männer, wie diesen hier zum Beispiel.


Der Gute ist so geschockt, dass er sofort seine ganzen Unterlagen verliert, aber Emma im Gegenzug sofort anbietet, ihr künftig mit Rat und Tat bei ihrem Video-Blog zur Seite stehen zu wollen. Ein Gentleman alter Schule. Und dann geht’s gleich richtig zur Sache.


Zwei unflätige Typen entreißen Emma die Kamera. Welch Dramaturgie. Und es kommt sogar noch heftiger: Als Emma ihre Kamera endlich zurückergattern kann, gibt es auf dem Pausenhof erneut Unruhe – sogar die Polizei ist vor Ort. Ein Amoklauf?


Gerade nochmal gut gegangen. Emma atmet auf und stellt stattdessen lieber den Schulleiter vor, den sie dringend überreden will, weiterbloggen zu dürfen.


Emma hat auch schon tolle Argumente, die den Schulleiter sicher überzeugen: “Ich war schon so viel unterwegs und hab Freunde in aller Welt – in Madrid, Paris, Stockholm.” Und das Beste: Alles sei mit einem Passwort gesichert. “Es kommt nicht an die Öffentlichkeit.” Stimmt: Bei ProSieben hat’s jedenfalls keiner gesehen.

Emma ist geschockt:


“Oh Mann, was für’n Affe! Warum lässt der mich jetzt nicht hier bloggen?!” Doch es kommt, wie es kommen musste: “Ich sag euch was: Mir ist was eingefallen und ich lös dieses Problem noch!” Eine Drohung?

Vorerst macht Emma jedenfalls weiter – und beobachtet eine Schülerin im Streit mit ihrem Vater.


Dumm nur, dass die Schülerin das ganz und gar nicht lustig findet: “Hast du das jetzt alles gefilmt?! Boah ey! Schieb ab!”

Gleich am ersten Tag hat sich Emma also gaaanz viele Freunde gemacht… Schnell in den Unterricht, wo der Lehrer seine Schüler wegen der Amok-Drohung beruhigt. Mit vollem Körpereinsatz.


Außerhalb ist’s aber viel spannender. Und da ist auch endlich mal einer, der sich für Emma interessiert.


Der junge Mann ist voll cool und stellt sich gleich mal mit einem unbemerkten Anmachspruch vor: “Bist du die Emma? Du bist ja voll die Bombe.” Emma ist allerdings noch nicht so begeistert. Dabei hat der Kerl doch ein tooo-taaal überzeugendes Argument, das für ihn spricht: “Ich bin hier der Checker an der Schule!” Gut zu wissen.

All das bringt Emma zu der Feststellung: “Oh mein Gott! Hier herrscht totales Chaos. Sex, Sex, Sex! Hilfe”

Und tatsächlich: Es flirtet jeder mit jedem. Die hier zum Beispiel:


“Hey Süße! Hast echt nen knackigen Body! Ganz knapp gekleidet – bei Lokalisten upgeloadet! Ich hab’s mir lange angeschaut!” Auf diese Weise bringt ProSieben dann auch gleich noch ein wenig für sein Online-Netzwerk unter. Voll krass.

Emma ist natürlich ganz loyal – und zeigt deshalb gleich mal all ihren Freunden die leicht bekleideten Fotos von Sandra.


Emmas Kommentar: “Die Alte hat ganz schön Pfeffer unterm Hintern. Oh lala. Also mein lieber Scholli, schlecht sieht die aber nicht aus.”

Nun nutzt Emma die Chance, um sich bei ihrer Mitbewohnerin Filiz nochmal für den Halbnackt-Vorfall vom Vormittag zu entschuldigen. “Jeder kann das nicht sehen”, sagt sie und zeigt Filiz. Plötzlich interessiert sich auch Filiz für den Quatsch und packt ihre eigene Kamera aus.


Das gefällt Emma: “Die Filiz ist gar nicht so scheiße, wie ich dachte!” Wird wohl eine richtig dicke Freundschaft. Zur Feier des Tages filmen sich Emma und Filiz nun gegenseitig.


Dass Filiz Zugang zum Medienraum mit weiteren Kameras hat, imponiert Emma umso mehr: “Das geh ich gleich mal posten. Das freut meine Freunde bestimmt wie die Sau!”

Doch dazu kommt’s erst mal nicht – es klopft. Ein Freund von Filiz braucht dringend Hilfe wegen eines Musikstücks.


Emma ist hin und weg. Klar, dass sie dem Typ namens Max als allererstes ihren coolen Blog zeigen möchte. Grenzdebiles In-die-Kamera-Winken gibt’s natürlich inklusive.


Dumm nur, dass Max gleich schon wieder weg muss. Emma findet das sooo schade: “Oh mein Gott, was für ‘ne Sahneschnitt. Ist der süüüß!” Doch der nächste Kerl wartet schon.

Ja genau – da ist er wieder, Schul-Checker Orhan. Seinem Kumpel vertraut er gleich mal an, dass er die Neue an der Schule “schon in der Tasche” hat. Ja ne, is’ klar. Aber cool ist er wirklich. Auch er darf natürlich wieder in die Kamera winken: “Na Leute, wie seh ich aus?” Er interessiert sich wirklich sehr für Emma: “Na, erzähl mal. Hat dich schon irgendjemand angemacht?”

Orhan meint es gut mit Emma und bietet ihr prompt seine Hilfe an: “Falls irgendwas ist…”


Orhan, der sich selbstkritisch als “hübschen Typen” bezeichnet, weiß, wie er Emma beeindrucken kann: “Ich hab hier das Sagen in der Schule. Ist normal.”

Normal ist auch Sebi. Doch der scheint nicht allzu viele Freunde zu haben.

Gut, dass der Lehrer kommt und sich schnell einmischt. In einem Ton, der an Bauer Jürgen erinnert: “Was ist hier los? Raus hier, Jungs. Ihr habt hier nichts verloren. Raus! Raus aus dem Klassenzimmer!” In jedem Fall pädagogisch wertvoll.

Romantischer geht’s woanders zu: Ein turtelndes Pärchen, dessen Liebe so groß ist, dass es bereits ein gemeinsames Kind erwartet. Sympathisch.

Klar, dass die anderen über die beiden lästern.

Vielleicht hat Filiz ja mehr zu bieten. Emmas Freundin filmt ja nun auch – warum sie das allerdings spiegelverkehrt tut, ist bislang unklar.

Filiz entdeckt auch gleich was ganz Spannendes: Da ist wieder die Schülerin von vorhin, die sich ganz unbemerkt an ihren Lehrer heranzuschmeißen versucht.

Derweil will Orhans Kumpel Emma mal “die Schule zeigen”.

Das stößt einer Mitschülerin sauer auf. “Ist ja klar, dass du die jetzt hier anmachst. Sobald ein neues unbekanntes Mädel kommt, denkst du nur noch mit deinem Schwanz.” Da geht sie lieber.

Der junge Mann weiß nicht, wie ihm geschieht – dabei wollte er doch nur helfen. “Da will man mal höflich sein und wird hier so dumm angeredet.” Armer Kerl. Aber weil er so lieb ist, schaut er mal, wo die Gute hingegangen ist und lässt Emma mit ihrem Schwarm allein. Der lädt sie dann auch gleich mal zur Band-Probe ein. Unglaublich.

Zu diesem Zeitpunkt ist “Das Internat” nun bereits 30 Minuten auf Sendung – und wem es jetzt noch schlecht geworden ist, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen. Mir reicht’s jedenfalls. Ich schalte aus.

Ein Kommentar

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Christoph

7. Februar 2010 um 18:02

Was für eine genial beobachtete Zusammenfassung der nachmittäglichen Ereignisse! Fast schon ein bisschen schade, dass das Format nach gerade mal zwei Ausgaben der Vergangenheit angehört. Raab hätte in seinen besten Zeiten sicher viel Gefallen daran gefunden. ;)

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