27. Juni 2010 | 13:02 | Bolzplatz, Flimmerkiste | Keine Kommentare
Mit Fritz und Witz

Die WM-Vorrunde ist vorbei – und man kann eigentlich recht froh darüber sein, denn die meisten Spiele fielen nicht gerade durch übermäßige Qualität auf. Nun, ab dem Achtelfinale, geht es um alles oder nichts – und die Mannschaften sind dazu gezwungen anzugreifen. Doch ein Spiel kann noch so gut sein: Es kann vorkommen, dass es kaum erträglich ist, weil der Kommentator nervt. Alle Kommentatoren von ARD, ZDF, RTL und Sky habe ich bislang zwar nicht gehört; für eine kurze Einschätzung diverser Reporter soll an dieser Stelle dennoch Platz sein.
ARD
Tom Bartels
Beim Skispringen gut, beim Fußball eher Mittelmaß. Oft monoton, beliebig – manchmal entsteht gar der Eindruck, man hätte ihn gezwungen, das Spiel zu kommentieren. Beim Deutschland-Spiel gegen Ghana kamen dann aber doch noch Emotionen von ihm.
Gerd Gottlob
Ihn habe ich bei dieser Weltmeisterschaft bislang nur einmal gehört. Hat mir dann auch gereicht. Interpretiert Szenen auch dann noch falsch, wenn ein halbes Dutzend Wiederholungen bereits das Gegenteil bewiesen hat.
Steffen Simon
Glänzt durch gutes Regel-Wissen, muss dieses aber leider viel zu oft an den Mann bringen. Ein bisschen weniger reden und dafür das Spiel für sich selbst sprechen lassen: Dann wäre Steffen Simon ein richtig guter Kommentator.
ZDF
Wolf-Dieter Poschmann
Im “Sportstudio” top, bei Leichtathletik-Wettbewerben ebenfalls. Aber beim Fußball? Es hat wohl seine Gründe, weshalb er bei dieser WM kaum zum Einsatz kam. Gut so.
Béla Réthy
Okay, manchmal nervt er. Aber auf welchen Kommentator trifft das nicht zu? Ich mag ihn trotzdem – vielleicht auch, weil man sich einfach mit den Jahren an ihn gewöhnt hat. Er hat eine unverwechselbare Stimme und besitzt Fachwissen. Eine Fußball-WM ohne ihn ist schwer vorstellbar.
Oliver Schmidt
Die Überraschung der Weltmeisterschaft. Endlich mal eine neue Länderspiel-Stimme – und eine richtig emotionale noch dazu. Beim 7:0 der Portugiesen über Nordkorea glänzte er selbst dann noch, als das Spiel bereits längst entschieden war. Ihm gehört die Zukunft!
Thomas Wark
Die Sportbegeisterung hat er wohl vom (leider kürzlich verstorbenen) Papa. Er ist womöglich der unauffälligste Kommentator bei dieser WM, macht aber fast immer einen soliden bis guten Job. Mehr von seiner Sorte, bitte.
RTL
Florian König
Nichts gegen Florian König. Aber muss er ausgerechnet Fußballspiele kommentieren? Im Zusammenspiel mit Niki Lauda ist er klasse, als Box-Moderator ist er ebenfalls gut – die WM-Spiele hat er bislang allerdings gnadenlos zerredet. Da ist es fast schon eine Wohltat, wenn plötzlich Co-Kommentator Jürgen Klinsmann mal was sagt. Auswechseln.
Sky
Kai Dittmann
War vor einiger Zeit nicht umsonst für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Stets augenzwinkernd und doch kompetent kommentiert er, was auf dem Platz stattfindet. Egal ob das Spiel gut ist oder nicht: Dittmann kann immer zur Höchstform auflaufen.
Marcel Reif
Fast hätte ich gesagt die “Grande Dame der deutschen Kommentatoren”. Nun ja. Ahnung hat er in jedem Fall und oft traut er sich auch, Karten für Spieler zu fordern. Manchmal vielleicht ein wenig zu oft. Wie auch immer: Reif kann sich ohnehin alles erlauben.
Fritz von Thurn und Taxis
Entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht. Für mich ist er ein echtes Unikat, das zwar durchaus auch mal Müll erzählt, dies aber durch lebhafte, ja sogar amüsante Kommentare ausgleichen kann. Seine beste Szene bei dieser WM: “Der ist ja auch blöd, der Duda. (…) In Bayern würde man sagen: Das ist ein Schachtelhuber.” Danke dafür.
