9. September 2010 | 19:42 | Flimmerkiste, Panorama | Keine Kommentare
Mach’s wie Friedrichs
Ich muss an dieser Stelle mal kurz etwas loswerden. Tag für Tag habe ich mit Fernsehleuten zu tun – und irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, als würde bei Sendern ein Missverständnis über die Auffassung darüber herrschen, was die Arbeit eines Journalisten sei.
Ohne Namen nennen zu wollen: Da kommt es durchaus vor, dass sich ein Sender meldet, um Änderungswünsche für erschienene Meldungen zu äußern – mit der Begründung, die Meldung sei nicht ganz nach den Wünschen des Senders, um den es geht.
Mit Verlaub: Tatsachen dürfen nicht vertauscht werden, ja. Aber diese ständige versuchte Einflussnahme empfinde ich zunehmend als störend. Zu denken, der Redakteur eines Medienmagazins sei der verlängerte Arm der PR-Abteilung von Fernsehsendern, ist eine Entwicklung, die mir Sorgen bereitet. Letztlich geht es doch in meinem speziellen Fall ohnehin “nur” um Fernsehen.
Und selbst dort sollte der alte, aber nach wie vor richtige Grundsatz von Hanns-Joachim Friedrichs Gültigkeit bewahren:
“Einen guten Journalisten erkennt man daran,
dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache,
auch nicht mit einer guten Sache.”
